Skateboard Disziplinen

Ein Skateboard ist ein Sportgerät, das vereinfacht zusammengefasst aus einem Brett, zwei Achsen und vier Rollen besteht. Um sich fortzubewegen, steht der Fahrer auf dem Brett und stößt sich mit einem Bein ab. Allerdings geht es beim Skateboardfahren weniger um die Fortbewegung als solches. Im Laufe der Zeit hat sich vielmehr eine Sportart entwickelt, bei der verschiedenste Tricks im Vordergrund stehen. Dabei basieren die meisten Tricks auf Sprüngen, die häufig mit Drehungen des Skateboards und des Körpers kombiniert werden. Ein paar solcher Tricks sind hier zu sehen:

Je nachdem, wo, wie und welche Tricks ausgeführt werden, wird das Skateboarding in mehrere Disziplinen eingeteilt:

 

Das Streetskaten

Beim reinen Streetskaten finden die Tricks an und mit Hindernissen statt, die im städtischen Raum vorhanden sind. Zu diesen Hindernissen gehören beispielsweise Mauern, Rampen Treppen oder Geländer. Während solche Hindernisse im Fachjargon obstacles genannt werden, wird ein Ort, der für das Streetskaten geeignet ist, als Spot bezeichnet. Als Urvater des Streetskatens gilt Rodney Mullen, ein professioneller Skateboarder und vielfacher Freestyleskateboarding-Weltmeister aus den USA. Auf ihn gehen zahlreiche Grundtechniken zurück, aus denen er ein breites Repertoire aus verschiedensten Tricks entwickelte.

Neben dem reinen Streetskaten gehört aber auch das Fahren in Skateparks zu dieser Skateboard Disziplin. Skateparks sind spezielle Anlagen, die mit verschiedenen Hindernissen wie Kanten, Geländer und Rampen ausgestattet sind. Sind die Anlagen überdacht, wird von Skatehallen gesprochen. In vielen Städten und Gemeinden wurden solche Anlagen eingerichtet, um Skateboardfahrern die Möglichkeit zu geben, ihren Sport auszuüben, ohne dabei Sachbeschädigungen und Konflikte mit Anwohnern und Fußgängern zu riskieren.

 

Das Vertskaten

Die Bezeichnung Vertskaten leitet sich vom englischen vertical für senkrecht ab. Bei dieser Skateboard Disziplin wird in speziellen Halfpipes gefahren. Halfpipes sind Anlagen, die in Form eines Us konstruiert sind. Der Skateboardfahrer befährt dabei zwei Steilwände, die sich gegenüberliegen und im oberen Teil senkrecht sind. Diese Abschnitte werden vert genannt. Die verts sind durch die transitions genannten Rundungen und eine waagerechte, ebene Fläche in der Mitte, die flat, miteinander verbunden. Die Tricks werden entweder an den Abschlusskanten der Steilwände oder als Flugtricks oberhalb der Steilwände ausgeführt.

Neben Halfpipes findet das Vertskaten häufig auch auf Miniramps und seltener auf Fullpipes statt. Miniramps sind Anlagen, die ähnlich wie Halfpipes konstruiert sind. Allerdings sind Miniramps niedriger und die senkrechten Abschnitte der Steilwände fehlen. Bei Fullpipes handelt es sich um sehr große Röhren.

 

Das Poolskaten

Eine weitere eigenständige Skateboard Disziplin ist das Poolskaten, das auch Bowlskaten genannt wird. Die Wurzeln dieser Disziplin liegen in den USA und beim Poolskaten werden leere Swimmingpools befahren. Anders als in Europa sind die Übergänge zwischen Beckenwänden und Beckenboden bei US-amerikanischen Swimmingpools meist abgerundet, einige Schwimmbecken sind auch von vorneherein als eine Art Schüssel konstruiert. Durch diese Bauweise wird es möglich, die Pools mit dem Skateboard zu befahren. Von den Grundzügen her ähnelt das Poolskaten dem Vertskaten, denn die Pools und Halfpipes oder Miniramps weisen vergleichbare Formen auf. In einigen Skateparks sind mittlerweile Nachbauten von US-amerikanischen Pools zu finden.

 

Weitere Skateboard Disziplinen

Weniger verbreitet als das Street- und das Vertskaten sind das Slalom-, das Flatland- und das Downhillskaten. Das Slalomskaten erlebte seine Hochzeit in den 1970er-Jahren. Wie die Bezeichnung bereits andeutet, geht es beim Slalomskaten darum, eine Slalomstrecke möglichst schnell und ohne Fehler zu durchfahren. Das Flatlandskaten war vor allem in den 1980er-Jahren ein angesagter Trend. Beim Flatlandskaten wird das Skateboard fast wie ein Turngerät eingesetzt. Bei den Tricks, die größtenteils auf ebener Fläche ausgeführt werden, steht die Artistik im Vordergrund. Hindernisse spielen beim Flatlandskaten so gut wie keine Rolle. Beim Downhillskaten besteht das Ziel darin, eine Abfahrtstrecke mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu bewältigen. Meist wird dabei mit Longboards gefahren.