Skateboard Geschichte

Die Skateboard Geschichte beginnt Ende der 1950er-Jahre im US-amerikanischen Kalifornien. Seinerzeit erfanden Surfer den Vorläufer des heutigen Skateboards, indem sie die Achsen und Rollen von Rollschuhen an verkleinerte Surfbretter montierten. Durch diese Erfindung, die unter dem Namen Asphaltsurfer bekannt wurde, konnten sie bei ungünstigem Wellengang die Surfbewegungen auf der Straße imitieren. Durch die flache, vergleichsweise kurze und schmale Form waren die Nutzungsmöglichkeiten zwar recht eingeschränkt, um lässig auf den Strandpromenaden herumzukurven, reichten die Bretter aber allemal aus.



Konzentrationsvermögen

Konzentrationsvermögen

Die Asphaltsurfer entwickelten sich recht schnell zu einem Trend und bereits Anfang der 1960er-Jahre wurde damit begonnen, das Skateboarding als eigenständige Sportart zu betreiben. 1964 startete die industrielle Produktion von Skateboards und im gleichen Jahr kamen die ersten Skateboard-Magazine auf den Markt. Im Folgejahr wurden im kalifornischen Anaheim die ersten Skateboardmeisterschaften mit Disziplinen wie Freestyle, Slalom, Downhill sowie Hoch- und Weitsprung ausgetragen. Die große Resonanz veranlasste allerdings viele Städte dazu, das Skaten auf öffentlichen Straßen und Plätzen zu verbieten. Also waren die Skater dazu gezwungen, sich alternative Sportstätten zu suchen. Dabei entdeckten sie leere Swimmingpools, die in den USA abgerundete Übergänge zwischen den Wänden und dem Boden haben oder komplett wie eine Schüssel aufgebaut sind. Recht schnell kam so das Vertskaten, oder genauer das Poolskaten, als neue Skateboard-Disziplin dazu.

In den 1970er-Jahren erlebte das Skateboarding dann noch einmal einen regelrechten Boom. Der Grund hierfür war die technische Weiterentwicklung der Boards. So wurden die bis dahin verwendeten Rollschuhrollen durch Polyurethanrollen ersetzt. Dies sorgte für ein deutlich besseres Fahrverhalten, erhöhte spürbar die Bodenhaftung und ermöglichte größere Geschwindigkeiten. In vielen Orten eröffneten Skateparks, die oft mit speziellen Skatingpools, optimierte Nachbauten der bis dahin genutzten Swimmingpools, ausgestattet waren. In der Folge entwickelte sich das Vertskaten zur beliebtesten Skateboard-Disziplin, die mit immer neuen akrobatischen Einlagen angereichert wurde. Dies führte dann zu einer weiteren technischen Weiterentwicklung, denn die Boards wurden breiter. Durch die verbreitete Trittfläche hatten die Skater einen deutlich besseren Stand und es wurde möglich, zahlreiche neue Tricks ausführen.

Mitte der 1970er-Jahre begann dann auch die Skateboard Geschichte in Deutschland. Hier stießen vor allem Freestyle, Slalom und Hochsprung auf Begeisterung. Insgesamt wurde das Skateboarding allerdings weniger als echte Sportart, sondern eher als eine Modeerscheinung gesehen. Zudem wurde die recht hohe Unfallquote mit Skepsis betrachtet. Trotzdem erschienen 1977 die ersten Skateboardmagazine in Deutschland und nachdem sich München als Skateboard-Hochburg etabliert hatte, wurden hier die ersten deutschen Meisterschaften ausgetragen, der Dachverband der deutschen Skateboardfahrer hatte hier seinen Sitz und auch der erste Skatepark eröffnete 1978 in der bayerischen Landeshauptstadt. Noch im gleichen Jahr ebbte die Begeisterungswelle aber auch schon wieder ab. Die Magazine verschwanden wieder vom Markt, der Dachverband löste sich auf und nur wenige Skater stiegen nicht auf die seinerzeit angesagten Rollerskates um.

Eine ähnliche Situation gab es auch in den USA. Anfang der 1980er-Jahre wurde die Skateboardproduktion weitestgehend eingestellt, ein Großteil der Skateparks wurde geschlossen und die wenigen Magazine, die noch erschienen, konzentrierten sich verstärkt auf andere Trendsportarten wie das Rollerskating. Letztlich ist es der Verdienst von ein paar wenigen eingefleischten Skateboard-Fans, dass das Skateboarding nicht völlig von der Bildfläche verschwand. Sie veranstalteten auch weiterhin Wettbewerbe und Events, veröffentlichen Magazine, feilten unbeirrt an den Techniken und dachten sich neue Tricks aus. In diesem Zuge entstanden dann auch zwei wesentliche Neuerungen. Die eine wichtige Entwicklung war die Halfpipe, eine neuartige Form von Skateboardanlagen, die dem Vertskaten eine neue Dimension gab. Die andere große Neuerung entwickelte sich daraus, dass passionierte und ambitionierte Skater ihre Boards nicht nur nutzen wollten, um sich auf der Straße fortzubewegen. Stattdessen begannen sie damit, Treppen, Mauern, Bänke, Geländer und andere Hindernisse in ihre Tricks einzubinden.

Die Halfpipe und das Streetskaten waren dann auch die Gründe dafür, dass das Skateboarding Mitte der 1980er-Jahre einen zweiten großen Boom erlebte. Während sich das Vert-, das Street- und das Freestyle-Skaten etablierten, spielten aber ursprüngliche Disziplinen wie Slalom, Downhill oder Hoch- und Weitsprung kaum noch eine Rolle. In den USA schaffte das Skateboarding nun endgültig den Sprung zum ernsthaften Wettkampfsport, der das Publikum begeisterte und einige Profis und Idole hervorbrachte. Beispielhaft seien an dieser Stelle Tony Hawk als Pionier des Vertskatens und Rodney Mullen als Urvater des Streetskatens genannt.

Die zweite Begeisterungswelle schwappte auch nach Deutschland und auch hier erlebte das Skateboarding noch einmal einen Boom, wobei sich jetzt Münster als Skateboard-Hochburg herauskristallisierte. Insgesamt erlebte und erlebt die Skateboard Geschichte hierzulande aber immer wieder Höhen und Tiefen. So folgten auf Zeiten, in denen das Skateboarding total angesagt war, Zeiträume, in denen andere Trendsportarten dem Skateboard den Rang abliefen, und umgekehrt.